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Da lob‘ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht (Reinhard May)

Auflösung des obigen Rätselbildes: ein Detail der originalen (diatonischen) Knopfharmonie des in unserer Region legendären Janda-Sepperl, die als Leihgabe vom Bezirk Oberpfalz (Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen) einige Zeit im Stadtmuseum Vohenstrauß ausgestellt war.
“Josef Janda, genannt Janda Sepperl, war der letzte Wandermusikant in der Oberpfalz. Er wurde am 11. August 1898 in Hiltmannsberg bei Hersbruck geboren. Seine Eltern stammten aus Neu-Losimthal im Egerland (Anm.: unweit von Georgenberg auf böhmischer Seite), hielten sich zur Erntezeit 1898 als Hopfenzupfer-Wanderarbeiter in Hiltmannsberg auf, zogen dann ins Rheinland und kehrten später wieder nach Neu-Losimthal zurück. Nach der Vertreibung lebte Janda zuerst in Holzhammer bei Wernberg, ab 1948 in Schnaittenbach und ab 1957 in Floß, wo er am 3. Februar 1975 starb.” (Quelle: Dr. Erich Sepp, Namensgleichheit bei Komponisten, in: Volksmusik in Bayern, Mitteilungsblatt des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege e. V., Heft 1/2008, S. 10).
Die respektvolle Betrachtung des authentischen Instruments erinnerte ich mich an einen Liedtext von Reinhard Mey, dem ich für die Möglichkeit der auszugsweisen Wiedergabe herzlich danke :
“… Bis zum Tag, an dem man mich wegrationalisiert,
Oder als nicht programmierbar einfach aussortiert,
Wenn der große Rechner kommt und alles überwacht,
Meine Vorlieben und Macken voll erfaßbar macht,
Auch wenn ich schon ganz und gar maschinenlesbar bin
Mit ‘nem Balkencode am Schniedel und ‘ner Prüfziffer am Kinn.
Da lob‘ ich mir ein Stück Musik von Hand gemacht,
Noch von einem richt‘gen Menschen mit dem Kopf erdacht,
‘ne Gitarre, die nur so wie ‘ne Gitarre klingt,
Und ‘ne Stimme, die sich anhört, als ob da jemand singt.
Halt ein Stück Musik aus Fleisch und Blut,
Meinetwegen auch mal mit ‘nem kleinen Fehler, das tut gut,
Das geht los und funktioniert immer und überall,
Auch am Ende der Welt, bei Nacht und Stromausfall!”
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