Archive für 13.3.2010

“Oimal um an Mack” - Werbung

“In der Friedrichstraße 1 befand sich das Textilgeschäft Schönberger/Munzert. Noch gut erinnere ich mich an die große Auswahl an bunten Kittelschürzen, die damals modern waren sowie an das alte Ford-Automobil des Besitzers aus den 20er Jahren. Nach Uhren und Schmuck Großmann kam der Gasthof Franzljohann mit den besten Sulzn, am Wochenende auch im Straßenverkauf, schwärmt Aichinger.” (Der neue Tag, 28.02.2010)

Im liebevoll, “denkmal”-gerecht sanierten Anwesen Friedrichstraße 3 (Jungadler), in den fünfziger Jahren Uhren-Großmann, befindet sich heute ein Versicherungsgeschäft mit dezent aufgemalter Werbeschrift.

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Friedrichstraße 3 (Foto: Peter Staniczek)

“Oimal um an Mack” - Heiner Aichinger erinnert sich

Eine vielbeachtete kleine Serie unter dem Titel “Einmal um den Markt gehen” brachte die lokale Tageszeitung “Der neue Tag” am 20.02./27.02./06.03.2010: “An die Zeit vor 50 Jahren erinnert sich Heiner Aichinger bei einem Spaziergang. Viele Läden und Geschäfte sind heute nur noch vom Hörensagen bekannt.” Im Heimatmuseum der Stadt Vohenstrauß wurden von interessierten Lesern etwa 20 Exemplare der Streifzüge 17/1996 (”Chaisenhardl, Zacherbarthel, Türkenschmied”, Hrsg. Heimatkundlicher Arbeitskreis) gekauft.

Eine am “Mack” wohnende Bürgerin überließ H. Aichinger nun ein Foto vom Marktplatz, das etwa Mitte der fünfziger Jahre entstanden sein dürfte. Es zeigt eine Feuerwehrübung mit dem damaligen Kommandanten Ernst Hug (ab 1954), beobachtet von zahlreichen Zuschauern.

Marktplatz Vohenstrauß

Die einzelnen Anwesen auf der östlichen Marktplatzseite sind mit den heutigen Hausnummern markiert:
Nr. 16: “Binder-Girgl”, das Anwesen Eisen-Kohler mit dem heute noch charakteristischen Namenszug über dem Schaufenster;
Nr. 14: Hausname “Panzer”, vormals Praxis des Chirurgen Dr. med. Hans Krauß, Großvater von Dr. med. Dr. rer. nat. Franz Kraml, in den Fünfzigerjahren Schaml-Apotheke, heute im Erdgeschoss ein Spielwaren- u. Modellbaugeschäft;
Nr. 12: “Remerer”, Mesner Dietl Johann, heute ein Versicherungsbüro;
Nr. 10: “Landgrafenhaus”, unteres Bamler-Modegeschäft (Richard Bamler), heute Stadt-Apotheke;
Nr. 8: “Egidl”, heute Versandhausgeschäft, Textilien;
Nr. 6: “Bamler”, ehemals oberes Bamler-Modegeschäft (Georg Martin Bamler) von Richard Bamler, zuletzt Imbiss/Lieferservice

“Gratisseidl fir Frankenbeitl”

Der Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab hatte vor kurzem eine originelle Vermarktungsidee. Unter der Überschrift “Freibier für Franken” lesen wir in “Der neue Tag” vom 11.03.2010: “Er will den Bockl(rad)weg und andere Freizeitrouten vor allem Radlern aus dem Fränkischen schmackhaft machen. Die Idee: Jeder, der sich in der neuen Saison als Tourist aus Mittel-, Ober- oder Unterfranken ausweisen kann, erhält am “Radlpoint” am Nachtmann-Gelände ein Freigetränk.”
In bester “Neihauser-Feierwehr-Kapelln”-Manier schuf Stadtrat Joe Arnold spontan den entsprechende Oberpfälzer Werbeslogan: “Gratisseidl fir Frankenbeitl” (Freibier für Franken).
Professor Dr. Ludwig Zehetner (Honorarprofessor für bairische Dialektologie an der Universität Regensburg), der erst kürzlich in Weiden aus seinen vergnüglichen Büchern las, würde wohl von “wunderbarer nordbairischer Poesie” sprechen.
Und den Franken gefällt es sicher auch, siehe Veitshöchheimer Fastnacht. Darauf ein

Freibier für Franken

Jeder Band von “Basst scho!” bietet Erläuterungen zu Bedeutung und Herkunft von Wörtern und Formen des Bairischen. Dem Autor gelingt dabei die Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und lockerem Plauderton. Dr. Ludwig Zehetner ist übrigens auch Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der AFO (Arbeitskreis für Flur- und Kleindenkmalforschung
in der Oberpfalz e. V.).

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