„Bei Bahn Dampf machen“

Der neue Tag berichtet am 15. März 2007 vom „Unmut über verwahrlostes Gelände“ auf dem ehemaligen Bahnbetriebsgelände „Hinterm Rangierbahnhof“ in Weiden. „Lokschuppen und Gebäude sind zu Ruinen verkommen […] verwahrlost und verwachsen, verseucht und vermüllt“.  

In Vohenstrauß das gleiche Bild, das Bahnhofsgelände dümpelt seit Jahren (1995 endgültig stillgelegt) ungenutzt und unbeachtet vor sich hin. Der ansonsten sehr attraktive Bockl-Radweg macht einen Bogen um das Grundstück (http://www.bocklradweg.de/pdf/Bocklradweg2.pdf), aus einem ehemals geplanten Freizeitgelände am Radweg „zwischen den Städten“ scheint nichts mehr zu werden. Das ehemalige Empfangsgebäude, ein Walmdachbau aus Polygonalmauerwerk mit Eckquaderung und Backsteintraufgesims (Denkmalliste) droht bei weiterem Zuschauen zur Ruine zu werden.  

Dabei war zunächst von einer positiven Entwicklung 3 Hektar großen Geländes auszugehen:  

„Im Rahmen des Stadtumbaukonzeptes sollen die Entwicklungs- und Sanierungsziele insbesondere im Hinblick auf die gewerbliche Brachflächenproblematik aktualisiert werden. Im Zuge der Reaktivierung des ehemaligen Bahngeländes wird auch die Stadteinfahrt aufgewertet. Ziel der Neuordnung ist es, das Tourismus- und Freizeitangebot zu verbessern und im Bahnhofsgebäude, im Lokschuppen sowie auf den angrenzenden Freiflächen attraktive Einrichtungen für Freizeit und Gastronomie zu schaffen.“ (Oberste Baubehörde im Bayer. Staatsministerium des Innern, http://www.innenministerium.bayern.de/imperia/md/content/stmi/bauen/staedtebaufoerderung/projekt/vohenstrauss.pdf)  

Schadstoffbelastung, Kaufpreis? Zwischen Bahn und Stadt rührt sich momentan anscheinend nichts. Die Pläne liegen auf Eis. 

Übrigens: Um die Lokalbahn im Jahre 1886 eröffnen zu können, mussten die anliegenden Gemeinden den teuren Grunderwerb selbst finanzieren. Nachdem Grund und Boden nun nicht mehr von der Bahn genutzt werden, wäre eine kostenlose Rückgabe an die Gemeinden eigentlich moralisch zu erwarten. Vorstände von Aktiengesellschaften denken anders. 

 

 

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