Frohe Ostern

wünschen Elisabeth und Peter Staniczek

Ostergedicht

Wenn die Schokolade keimt,
Wenn nach langem Druck bei Dichterlingen
„Glockenklingen“ sich auf „Lenzesschwingen“
Endlich reimt,
Und der Osterhase hinten auch schon preßt,
Dann kommt bald das Osterfest.

Und wenn wirklich dann mit Glockenklingen
Ostern naht auf Lenzesschwingen, – – –
Dann mit jenen Dichterlingen
Und mit deren jugendlichen Bräuten
Draußen schwelgen mit berauschten Händen – – –
Ach, das denk ich mir entsetzlich,
Außerdem – – unter Umständen –
Ungesetzlich.

Aber morgens auf dem Frühstückstische
Fünf, sechs, sieben flaumweich gelbe, frische
Eier. Und dann ganz hineingekniet!
Ha! Da spürt man, wie die Frühlingswärme
Durch geheime Gänge und Gedärme
In die Zukunft zieht,
Und wie dankbar wir für solchen Segen
Sein müssen.

Ach, ich könnte alle Hennen küssen,
Die so langgezogene Kugeln legen.

Joachim Ringelnatz  (1883-1934)

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Steinkreuz in Kühbach – Verlust durch Entfernung

Das Steinkreuz stand rechter Hand der Staatsstraße Floß – Richtung Waldthurn bzw. Waldau – ca. 500 m s der Ortschaft Kühbach am Feldrain. Das kleine Steinkreuz steckte tief im Boden und hat eine nach unten gerichtete, abgerundete Pflugschar auf der Straßenseite eingeritzt. (Fl.Nr. 913). Es wurde von mir schon beschrieben auf meiner Webseite: „http://heimat-now.de/03_Steinkreuze/d_bau_st_40_kue.htm„.

Ursprünglicher Standort (490 m südlich von Kühbach)

Im Sammelband 43 (2018) der „Steinkreuzforschung -Studien zur deutschen und internationalen Flurdenkmalforschung, herausgegeben von Rainer H. Schmeissner, Regensburg, S. 26 – 33“ habe ich in dem Aufsatz „Die Steinkreuze des Marktes Floß“ den Werdegang des von seinem ursprünglichen Standort entfernten Flurdenkmals beschrieben.

„… Das letzte Steinkreuz im Bereich des Marktes Floß ist jenes vom Weiler
Kühbach. Sein Standort war etwa 500 m südlich der Ortschaft an der Staatsstraße
Floß in Richtung Waldthurn, rechterhand am Feldrain (Flur-Nr. 913). Das kleine
Steinkreuz steckte tief im Boden und wies eine nach unten gerichtete, abgerundete
Pflugschar an der zur Straße gekehrten Seite auf. MICHAEL HARDT, 1956, deutete
die Eingravierung irrtümlicherweise als Winkel und schloss daraus, dass es wohl für
einen Zimmermann errichtet worden sei. Eine andere Sage berichtet lapidar, dass
hier einmal ein Mann erfroren sei.

Auf der Vogel’schen Karte des Floßer Amtes ist dieses Kreuz genau am alten Standort vermerkt. In unmittelbarer Nähe ist sogar noch ein weiteres „einarmiges“ Steinkreuz eingezeichnet, das aber nicht mehr nachweisbar ist.
In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts steckte das Steinkreuz lange Zeit
tief – bis zu den Armen – im Feldrain, brach dann schließlich ab und lag als Rudiment
längere Zeit achtlos auf dem Feld, ehe man sich seiner annahm und es – ohne
den originalen Kreuzfuß – auf einen eigens dafür gemauerten Sockel setzte. Somit
verlor es etwa 12 cm von seiner ursprünglichen Größe (SCHMEISSNER, 1990). Im
Jahr 2010 war das kleine Kühbacher Steinkreuz wiederum halb umgefallen und aus
seinem Bodenlager gedrückt; innerhalb kurzer Zeit konnten aber Gerd Lindner und
Günther Meierhöfer vom Oberpfalzer Waldverein (OWV) auf Initiative von
Altbürgermeister Fred Lehner das Denkmal durch eine massive Fundamentierung
wieder aufrichten.
Die „unendliche Leidensgeschichte“ des Kühbacher „Steinkreuzchens“, wie
es in der Literatur mehrmals liebevoll genannt wurde, war aber längst nicht vorbei.
Genauer gesagt begann sie erst richtig. 2014 wurde das Kreuz durch einen Motorradunfall
wieder aus der Verankerung gerissen. Aus „Sicherheitsgründen“ nahm der
Bauer, dem die Flur, auf dem das Steinkreuzchen stand, in sein Anwesen (Kühbach
1) mit dem Versprechen, es am südlichen Eck seines Hofes wieder aufzustellen.
2016 konnte Heimatforscher HARALD FÄHNRICH das Denkmal untersuchen und
feststellen, dass es seltsamerweise nicht die geringste Beschädigung (!) aufwies.
Das Versprechen des Bauern wurde übrigens bis heute nicht in die Tat umgesetzt!

Im Denkmalatlas ist der neue Standort aber schon eingetragen.

„Heutiger Standort!“ (Fotos: Peter Staniczek)
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Steinkreuz in Oberlind – Verlust durch Entfernung


Das Steinkreuz stand am nördlichen Ortseingang von Oberlind (von Vohenstrauß, Kalvarienberg, kommend) bei der Abzweigung zum Gästehaus Anzer (Fl.Nr. ?).
Das Steinkreuz ist stark verstümmelt und wurde deshalb wohl nicht als solches erkannt. Die andeutungsweise erkennbaren Querbalken sind abgeschlagen, Zeichen sind nicht erkennbar. 

Das verschwundene Steinkreuz wurde von mir schon beschrieben, u. a. auf der Webseite „http://www.heimat-now.de/03_Steinkreuze/d_bau_st_79_oli.htm“.

Das kleine, etwas unscheinbare Steinkreuz ist von seinem ursprünglichen Standort auf der gegenüberliegenden Straßenseite verschwunden, ebenso wie der Wegweiser zur Ferienwohnung (s.o.)..

Anmerkung:

Beachten Sie, dass die Denkmaleigenschaft nicht von der Eintragung in die Bayerische Denkmalliste und von der Kartierung im Bayerischen Denkmal-Atlas abhängt. Auch Objekte, die nicht verzeichnet sind, können Denkmäler sein. Jede Veränderung an oder im Nähebereich von Bau- und Bodendenkmälern bedarf einer denkmalrechtlichen Erlaubnis gemäß Art. 6 und Art. 7 BayDSchG.

Hinweise werden gerne entgegengenommen.

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Nepomuk von Kleinschwand – Verlust durch Diebstahl

Als wichtige Bestandteile unserer Kulturlandschaft sind Flurdenkmale von besonderer Bedeutung. Sie gehören zu den charakteristischen Elementen einer Landschaft und prägen deren Charakter. Sie sind Zeugnisse des Lebens, Arbeitens und Glaubens unserer Vorfahren, stiften Identifikation und können das Heimatgefühl der Menschen stärken.

Die „Nepomuken“ in der östlichen Oberpfalz gehören zu diesen Kulturlandschaftselementen und als solche schon in diesem BLOG erwähnt: „Weil Nepomuk auf der Brucken das Leben verlor“ (22.12.2015).

Die gestohlene Nepomukfigur aus Gusseisen (Standort zwischen Kleinschwand und Voitsberg) – Foto: Peter Staniczek

Flurdenkmale sind immer wieder gefährdet durch Wind und Wetter, Beschädigungen und Verlusten durch landwirtschaftliche Maßnahmen, aber auch durch Diebstahl. Oft fällt das niemandem auf. „Sie geraten in Vergessenheit, weil sie heute keinem Zweck mehr dienen oder keine Aussagekraft mehr haben. Auch ist hin und wieder ein schadhafter Zustand der Anlass für die Entfernung des Kleindenkmals, weil eine sachgerechte Renovierung zu teuer oder zu schwierig scheint.“ (Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg)

Laut Auskunft von Herrn Andreas Pürner, Kleinschwand, stand das Kleindenkmal ursprünglich auf der Höhe der „Winterfoana“, bevor es an die Verbindungsstraße von Kleinschwand nach Voitsberg versetzt wurde (ca 100 m westlich der Höhe 591, Sandäcker). Die gusseiserne Nepomukfigur, äußerst selten, wurde wohl gestohlen, die Polizei habe aber keine Hinweise gefunden.

Weitere Nachforschungen haben außer einigen Gerüchten nichts erbracht. Hinweise auf das Verschwinden, den mutmaßlichen Diebstahl, werden gerne von mir als Kreisheimatpfleger entgegengenommen.

So stellt sich die Situation heute dar: Der wertvolle, gusseiserne Nepomuk wurde gestohlen, ein einfaches Kreuz dient als Ersatz. Der Kriegerverein Kleinschwand steht für eine neue Sitzbank.

Anmerkung:

Beachten Sie, dass die Denkmaleigenschaft nicht von der Eintragung in die Bayerische Denkmalliste und von der Kartierung im Bayerischen Denkmal-Atlas abhängt. Auch Objekte, die nicht verzeichnet sind, können Denkmäler sein. Jede Veränderung an oder im Nähebereich von Bau- und Bodendenkmälern bedarf einer denkmalrechtlichen Erlaubnis gemäß Art. 6 und Art. 7 BayDSchG.

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Wieskirche

 

Wieskirche, Markt Moosbach, im Oktober (Foto P. Staniczek)

 

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Klimawandel

Schleußbachtal zwischen Kleßberg und Bernrieth, Markt Leuchtenberg  (Foto P. Staniczek)

„… Schizophrenie in unserer Gesellschaft: Im Osten Deutschlands brennen künstlich aufgeforstete Kiefern- und Fichtenwälder in immer heißeren Sommerdurch den Klimawandel ab, und im Westen holzen wir mit dem Hambacher Forst einen 12000 Jahre alten, narürlich gewachsenen Wald ab, um den Klimawandel mit Kohle weiter anzuheizen.“

Peter Wohlleben (in Süddeutsche Zeitung Magazin 39/2018)

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Herbst (Else Lasker-Schüler (1869-1945)

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Foto: Peter Staniczek

Auf einmal mußte ich singen –
Und ich wußte nicht warum.
Doch abends weinte ich bitterlich.

Es stieg aus allen Dingen
Ein Schmerz und der ging um –
Und legte sich auf mich.

Stürmische Wolkendepeschen
Erschreckend den Weltenraum;
Und die Beeren der Ebereschen
Die winzigen Monde am Baum.

Else Lasker-Schüler (1869-1945)

eigentlich Elisabeth Lasker-Schüler (geboren am 11. Februar 1869 in Elberfeld; gestorben am 22. Januar 1945 in Jerusalem), war eine bedeutende deutsch-jüdische Dichterin. Sie gilt als herausragende Vertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus in der Literatur. Sie trat aber auch als Zeichnerin hervor.  (Wikipedia)
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Im Park entdeckt


Fotos Peter Staniczek (Botanischer Garten in Jena)

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Fesenkeller – historische Kulturlandschaftselemente

Der Koppelberg bei Luhe (Markt Luhe-Wildenau, Landkreis Neustadt an der Waldnaab) 
ist eine historisch gewachsene Geschichts-, Kultur- und Denkmallandschaft. Altstraßenreste, Hohlwege, Kreuzweg, Nikolauskirche und Kapelle, Feldkreuze und Denkmalstein bilden zusammen mit den ca. zehn ehemaligen Bierkellern ein erhaltenswertes Ensemble. Bauwerke und Landschaft bedingen sich gegenseitig.

 Unmittelbar östlich an die Wohnsiedlung angrenzend stellt das Ensemble ein gepflegtes Erholungs- und Wandergebiet dar. Die Landschaft erzählt Geschichte, die rätselhaft erscheinenden ehemaligen Bierkeller zählen zur Oberpfälzer und heimatlichen Volkskultur und vermitteln dem Wanderer und Spaziergänger einen Einblick in das Brauchtum unserer Vorfahren. Aufklärung in Form von Schautafeln, Lehrpfad und/oder Inszenierungen in den Bierkellern können helfen, den Eindruck zu verstärken.

Ihre Erhaltung und Sanierung ist deshalb eine Angelegenheit und Aufgabe für Kommune, örtliche Vereine und Gruppen, sie verdient dazu jede Unterstützung auch überregionaler Art.

Zur Anerkennung einer Kulturregion gehört, dass der Gedanke ländlicher Identität und lokaler Eigenheit hochgehalten wird. Dazu zählt auch die Erhaltung ortsgeschichtlicher Denkmäler.Mit der Revitalisierung werden die Bierkeller zu einem Teil der „Zoigllandschaft nördliche Oberpfalz“.

Fotos Peter Staniczek

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Letzauer Löwenzahn in der „Geis Leithen“ (Stabreim)

Foto Peter Staniczek

 

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