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Archive für November 2010

Wenn ich abends einsam gehe

Gaense unter der Friedrichsburg
(Bild: P. Staniczek)

      Spaziergang am Herbstabend

      Wenn ich abends einsam gehe
      Und die Blätter fallen sehe,
      Finsternisse niederwallen,
      Ferne, fromme Glocken hallen:

      Ach, wie viele sanfte Bilder,
      Immer inniger und milder,
      Schatten längst vergangner Zeiten,
      Seh ich dann vorübergleiten.

      Was ich in den fernsten Stunden,
      Oft nur halb bewußt, empfunden,
      Dämmert auf in Seel’ und Sinnen,
      Mich noch einmal zu umspinnen.

      Und im inneren Zerfließen
      Mein ich’s wieder zu genießen,
      Was mich vormals glücklich machte,
      Oder mir Vergessen brachte.

      Doch, dann frag ich mich mit Beben:
      Ist so ganz verarmt dein Leben?
      Was du jetzt ersehnst mit Schmerzen,
      Sprich, was war es einst dem Herzen?

      Völlig dunkel ist’s geworden,
      Schärfer bläst der Wind aus Norden,
      Und dies Blatt, dies kalt benetzte,
      Ist vielleicht vom Baum das letzte.

      Friedrich Hebbel

Herbsttag

Allee
Schlossgarten Bayreuth (P. Staniczek

      Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
      Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
      wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
      und wird in den Alleen hin und her
      unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

      Rainer Maria Rilke

“Oh”, rief ein Glas Burgunder

letztes Glas Spätburgunder auf den Herbst 2010


      “Oh”, rief ein Glas Burgunder,
      “Oh Mond, du göttliches Wunder!
      Du gießt aus silberner Schale
      Das liebestaumelnde, fahle,
      Trunkene Licht wie sengende Glut
      Hin über das nachtigallene Land –”

      Da rief der Mond, indem er verschwand:
      “Ich weiß, ich weiß! Schon gut! Schon gut!”

      Joachim Ringelnatz

Herbst - Zeit für Erdepfl

Herbst
Foto: Peter Staniczek

A kochts Rindfleisch mit Erdäpflgmöis
(Gekochtes Rindfleisch mit Kartoffelgemüse)

Rindfleisch heiß zusetzen;
1 Stunde Kochzeit;
salzen, 1 ganze Zwiebel und Pfefferkörner zugeben;
2 bis 3 Stunden ziehen lassen.

Dazu gibt es ein Erdäpflgmöis:
Erdäpfl schnitzeln;
in Salzwasser mit einem Lorbeerblatt kochen;
dunkles Einbrenn und “broune” Zwiebel vorbereiten;
Einbrenn mit Fleischsuppe angießen, sämig werden lassen;
mit Zucker, Essig, Salz (oder Brühwürfel) abschmecken;
Sahne oder Creme Fraiche unterrühren;
in diese Soße kommen die gekochten Erdäpfl;
Muskatnuß darüberreiben.

(Rezept, Gasthaus Bodensteiner in Tröbes, aufgezeichnet von Peter Staniczek)

Uns schmeichelt nur der Wind

Eichen bei Waldau
Foto: Peter Staniczek

      Die Bäume

      Wir sitzen nicht auf Thronen.
      Uns schmeichelt nur der Wind.
      Wir haben dennoch Kronen,
      die schöner als eure sind.

      Erich Kästner

Glauben Sie, der Schwarzstorch macht hier Urlaub?

Antwort des bekannten Vogelkundlers Erich Spickenreuther auf die Zweifel der Grünen-Stadträtin Gisela Helgath an der Brutabsicht des seit 1998 hier heimischen Schwarzstorchs.

Schwarzstorch
Schwarzstorch, Foto: P. Staniczek

Der neue Tag, 25.09.2010: “Erich Spickenreuther kennt die Vogelwelt des Weidener Ostens wie kein anderer. Seit den 70ern kartiert der langjährige Vorsitzende des Landesbund für Vogelschutz die gefiederten Bewohner der Stadt. Schon vor Jahren warnte er, dass Windkraft bei Matzlesrieth und Muglhof am Schwarzstorch scheitern werde. Jetzt hat die Stadt ein ornithologisches Gutachten eingeholt - da eben dies bestätigt: Die geplanten Wind-Standorte tangieren Fortpflanzungsstätten des Schwarzstorchs. Und schon kontern Windrad-Befürworter wie Gisela Helgath (Grüne), dass der doch gar nicht brüte.”

Früchte in Flaschen? - Gruß an Herrn K.

Reife Quitten
Reife Quitten, Foto: P. Staniczek

Cherubim

Mark Angus - “Cherubim”
Glasobjekt: Cherubim von Mark Angus (Glashütte Eisch, Frauenau), Foto: Peter Staniczek

Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Cherubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten. (1. Buch Mose 3.24)

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