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Archive für Dezember 2007
“Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte”
31.12.2007 von peter.staniczek.
Allen meinen Freunden und Lesern dieser Seite, allen die mir Kraft und Zuspruch gaben, wünsche ich auf diesem Weg ein glückliches, gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2008.
Im Folgenden einige Gedanken zum Jahreswechsel, die ich bei Antoine de St. Exupery entdeckt habe, die zweifellos auch heute noch Richtschnur zur Lebensbewältigung sein können:
Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr,
sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich sicher in der rechten Zeiteinteilung.
Schenk’ mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Schenk’ mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinn’re mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick’ mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat,
die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt,
wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Fantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte
mit oder ohne Worte an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst,
Ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht,
was ich mir wünsche,
sondern das,
was ich brauche.
Antoine de Saint-Exupéry
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Früher war mehr Lametta (O. Hoppenstedt)
10.12.2007 von peter.staniczek.
Dem Neuhauser Norbert Neugirg fiel in seiner Glosse zum “Budenzauber” auf, dass „in den letzten Jahren bereits in Ortschaften ab drei Einwohnern aufwärts ein beängstigender Anstieg von adventösen Glühweinaufläufen zu beobachten“ sei. „Brühpech, Bienenwachs, versengte Nikolausbärte, betagtes Frittierfett, Warzentinktur, Waffenöl, überhitzte Mandeln, mit Ketchup gelöschte Schaschliks, flambierte Bratwürste, siedende Glühweinwannen, Modelleisenbahnleim, keimtötende Räucherstäbchen, Fichtennadel-Klosettsteine und tief gefrorene Gänsetorsos melden über den Geruchsnerv dem Hirn, dass es Weihnachten und Zeit für die Erlösung wird.” (Der neue Tag, 8. Dez. 2007)
Historische, romantische Weihnachtsmärkte auf Schloss/Burg „Bösenstein“ (Name geändert) mit mittelalterlichem Lagerleben, wahlweise Markttreiben, Gauklern, lebender Weihnachtskrippe, umrahmt von heimatlicher Volksmusik im Ritterkeller und martialisch auftretenden Security-Leuten an den Eintrittsschleusen, organisiert vom adeligen Event-Team, zeigen ebenfalls deutlich den Verfall von Tradition zu Kommerz, von den Bratäpfeln zur Bratwurst, überdeckt vom allgegenwärtigen Glühweindunst.
Christoph Wirtz („Nie wieder Weihnachtsmärkte!“ in Stern 49/2007) kennzeichnet den Besucher in einer Glosse noch drastischer: „Wer sich … zwischen Erzgebirgsschnitzereien aus China um muffige Verschläge drängt, um klebrigen Fusel mit dem Aroma von Nagellackentferner und Klostein aus angeschlagenen Kaffeepötten zu saufen, der ist zweifellos gescheitert – am Minimalanspruch jedes kultivierten Mitteleuropäers.“
Der Philosoph Theodor W. Adorno hat in seinen „Reflexionen aus dem beschädigten Leben“ solche Entwicklungen lange vorausgesehen und mit stilistischer Prägnanz beschrieben: “… es ist keine Schönheit und kein Trost mehr außer in dem Blick, der aufs Grauen geht, ihm standhält und im ungemilderten Bewusstsein der Negativität die Möglichkeit des Besseren festhält”. (Minima Moralia)
Eine stille und besinnliche Adventszeit wünsche ich allen Lesern dieses Blogs.
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