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Archiv der Kategorie Literatur
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz …
29.4.2011 von peter.staniczek.
Die Frösche
Ein großer Teich war zugefroren;
Die Fröschlein, in der Tiefe verloren,
Durften nicht ferner quaken, noch springen,
Versprachen sich aber, im halben Traum,
Fänden sie nur da oben Raum,
Wie Nachtigallen wollten sie singen.
Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz,
Nun ruderten sie und landeten stolz
Und saßen am Ufer weit und breit
Und quakten, wie vor alter Zeit.
Johann Wolfgang von Goethe
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Wenn ich abends einsam gehe
23.11.2010 von peter.staniczek.
-
Spaziergang am Herbstabend
Wenn ich abends einsam gehe
Und die Blätter fallen sehe,
Finsternisse niederwallen,
Ferne, fromme Glocken hallen:
Ach, wie viele sanfte Bilder,
Immer inniger und milder,
Schatten längst vergangner Zeiten,
Seh ich dann vorübergleiten.
Was ich in den fernsten Stunden,
Oft nur halb bewußt, empfunden,
Dämmert auf in Seel’ und Sinnen,
Mich noch einmal zu umspinnen.
Und im inneren Zerfließen
Mein ich’s wieder zu genießen,
Was mich vormals glücklich machte,
Oder mir Vergessen brachte.
Doch, dann frag ich mich mit Beben:
Ist so ganz verarmt dein Leben?
Was du jetzt ersehnst mit Schmerzen,
Sprich, was war es einst dem Herzen?
Völlig dunkel ist’s geworden,
Schärfer bläst der Wind aus Norden,
Und dies Blatt, dies kalt benetzte,
Ist vielleicht vom Baum das letzte.
Friedrich Hebbel
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Herbsttag
23.11.2010 von peter.staniczek.

Schlossgarten Bayreuth (P. Staniczek
-
Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
Rainer Maria Rilke
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“Oh”, rief ein Glas Burgunder
23.11.2010 von peter.staniczek.
“Oh”, rief ein Glas Burgunder,
“Oh Mond, du göttliches Wunder!
Du gießt aus silberner Schale
Das liebestaumelnde, fahle,
Trunkene Licht wie sengende Glut
Hin über das nachtigallene Land –”
Da rief der Mond, indem er verschwand:
“Ich weiß, ich weiß! Schon gut! Schon gut!”
Joachim Ringelnatz
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Uns schmeichelt nur der Wind
23.11.2010 von peter.staniczek.
-
Die Bäume
Wir sitzen nicht auf Thronen.
Uns schmeichelt nur der Wind.
Wir haben dennoch Kronen,
die schöner als eure sind.
Erich Kästner
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Oberpfälzer Sagengestalten - Ausstellung und Vortrag
12.4.2010 von peter.staniczek.

Der rothaarige Hirt - Papierschnitt - 42,0 x 29,7 cm - Klaus Bäuml, 1994 (Repro: Peter Staniczek)
Wir eröffnen das Schönwerth-Jubiläums-Jahr (Franz X. von Schönwerth, 1810 – 1886) am Mittwoch, dem 14. April 2010, um 19.00 Uhr im Heimatmuseum der Stadt Vohenstrauß mit einer Ausstellungseröffnung. Gezeigt werden Bilder zu
Oberpfälzer Sagengestalten (Klaus Bäuml, Vohenstrauß). Nach einer kurzen Einführung zu Leben, Werk und Bedeutung des Volkskundlers Franz Xaver von Schönwerth folgt ein Vortrag zum Thema Holzfräulein, Hulzfral, Holzweibl (Vortrag Klaus Ibel, Vohenstrauß):
-
„Holzfräulein gehören zu den Waldgeistern, weil sie sich im dichten Wald aufhalten. Sie sind ganz klein, haben auf dem Ofen, auf einem Baumstock Platz und gelten als arme Seelen…“
Zu unserer ersten Ausstellung sowie zu unserem ersten Vortrag in dieser Saison laden wir Sie, Ihre Angehörigen, Freunde und Bekannten herzlich in unser Heimatmuseum in Vohenstrauß ein und versprechen einen interessanten und kurzweiligen Abend (ca. 1 h, anschließend Gelegenheit mit Klaus Bäuml bei einem Glas Wein die Bilder der Ausstellung zu erschließen).
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“Ich bin jeden Tag in der Früh positiv überrascht, dass ich am Leben bin
29.3.2010 von peter.staniczek.
und dass ich keine großen Schmerzen habe - dass ich jetzt schon 70 Jahre Zeuge der Entwicklung bin und mich an dieser Entwicklung als Schriftsteller aktiv beteiligen kann. Darüber hinaus habe ich keine großen Wünsche.”
(Gespräch mit Pavel Kohout in: Oberpfälzer Nachrichten vom 6. Juli 1999, Jürgen Herda)

10 Jahre sind´s: “Der Heimatpfleger führte durch die Friedrichsburg ”
(Pavel Kohout im Schloss Friedrichsburg , Vohenstrauß, Aktuelle Oberpfälzer Rundschau 24.06.1999, Foto: Jürgen Herda)
Interview Kohout - Herda, letzte Frage:
Herda: Sie haben gesagt. Sie kommen alle 14 Jahre nach Weiden. Könnte man das eventuell abkürzen? Sie könnten beispielsweise im provisorischen Theater auf der Friedrichsburg, die wir gestern besuchten, eines ihrer Stücke inszenieren.
Kohout: Nein, inszenieren werde ich sicher nicht mehr, das ist für mich bereits eine Zeitvergeudung. Aber das wäre natürlich eine schöne Vorstellung, dort irgendetwas zu machen. Wenn es geht, folge ich den Einladungen, die ich bekomme, wenn es nicht geht, dann entschuldige ich mich, weil ich auch kein Sklave meiner Arbeit bin.
Anm.: Pavel Kohout (* 20. Juli 1928 in Prag) ist ein tschechisch-österreichischer Schriftsteller und Politiker, Mitverfasser und Unterzeichner der Charta 77, lebt in Prag und Wien.
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“Oi Reiser macht koin Besen!” (Franz X. von Schönwerth)
15.3.2010 von peter.staniczek.
Alles über Franz Xaver von Schönwerth finden Sie auf der abgebildeten Seite im Internet.
Um den Veranstaltungskalender zu ergänzen, bitte ich um Mitteilung der schon fest terminierten bzw. geplanten Veranstaltungen im Landkreis Neustadt an der Waldnaab an
-
peter.staniczek(at)t-online.de
oder direkt an
a.e.eichenseer(at)t-online.de
Ersetzen Sie (at) durch @.
Damit ein Besen draus wird.
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“Gratisseidl fir Frankenbeitl”
13.3.2010 von peter.staniczek.
Der Bürgermeister von Neustadt an der Waldnaab hatte vor kurzem eine originelle Vermarktungsidee. Unter der Überschrift “Freibier für Franken” lesen wir in “Der neue Tag” vom 11.03.2010: “Er will den Bockl(rad)weg und andere Freizeitrouten vor allem Radlern aus dem Fränkischen schmackhaft machen. Die Idee: Jeder, der sich in der neuen Saison als Tourist aus Mittel-, Ober- oder Unterfranken ausweisen kann, erhält am “Radlpoint” am Nachtmann-Gelände ein Freigetränk.”
In bester “Neihauser-Feierwehr-Kapelln”-Manier schuf Stadtrat Joe Arnold spontan den entsprechende Oberpfälzer Werbeslogan: “Gratisseidl fir Frankenbeitl” (Freibier für Franken).
Professor Dr. Ludwig Zehetner (Honorarprofessor für bairische Dialektologie an der Universität Regensburg), der erst kürzlich in Weiden aus seinen vergnüglichen Büchern las, würde wohl von “wunderbarer nordbairischer Poesie” sprechen.
Und den Franken gefällt es sicher auch, siehe Veitshöchheimer Fastnacht. Darauf ein
Jeder Band von “Basst scho!” bietet Erläuterungen zu Bedeutung und Herkunft von Wörtern und Formen des Bairischen. Dem Autor gelingt dabei die Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Korrektheit und lockerem Plauderton. Dr. Ludwig Zehetner ist übrigens auch Mitbegründer und Ehrenvorsitzender der AFO (Arbeitskreis für Flur- und Kleindenkmalforschung
in der Oberpfalz e. V.).
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Das Glied des Jägers
9.1.2010 von peter.staniczek.
“Was ich so denk”, heißt eine Kolumne des Kommandanten der Altneuhauser Feierwehrkapell´n, Norbert Neugirg, in der lokalen Tageszeitung ´Der neue Tag´.

Norbert Neugirg und die Hallertauer Hopfenköniginnen am 19. April 2007 im Schlafferhof (Foto: Peter Staniczek)
Zum Thema “Die Rehlein-Infanterie” (10.01.2010) fiel ihm folgender Satz ein:
“Da nun aber Bäume inklusive Knospen, Triebe, Rinden usw. für den Menschen fresstechnisch erst interessant werden, wenn sie durch Wildviecher gegangen sind und sich in deren Fleisch verwandelt haben, gibt es nach wie vor diese Nahrungskette, in der auch das Glied des Jägers seine Hand im Spiel hat.”

gefunden im Felsenlabyrinth der Luisenburg bei Wunsiedel, Fichtelgebirge (Foto: Peter Staniczek)
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