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“man kann nicht mehr leben … von Politik, von Bilanzen”
“Es gibt nur ein Problem, ein einziges auf der Welt.
Wie kann man den Menschen eine geistige Bedeutung, eine geistige Unruhe wiedergeben; etwas auf sie herniedertauen lassen, was einem gregorianischen Gesang gleicht!
Sehn Sie, man kann nicht mehr leben von Eisschränken, von Politik, von Bilanzen und Kreuzworträtseln. Man kann es nicht mehr. Man kann nicht mehr leben ohne Poesie, ohne Farbe, ohne Liebe. Wenn man bloß ein Dorflied aus dem 15. Jahrhundert hört, ermisst man den ganzen Abstieg.”
Diese Sätze von Antoine de Saint-Exupéry in einem berühmten, aber nicht abgeschickten Brief - vermutlich an General Béthouart - haben bis heute, auch angesichts der politischen und weltwirtschaftlichen Krisen ihre Bedeutung nicht verloren. So sollte Kulturpolitik sein, die dem innersten Anliegen der Menschen wieder einen Sinn gibt.
(Brief geschrieben in La Marsa, in der Nähe von Tunis, im Juli 1943. Erschienen in Le Figaro littéraire, No 103 vom 10. April 1948. Abgedruckt in Un sens à la vie, Gallimard, 1956)

(Foto: Peter Staniczek, Schafferhof in Neuhaus am 03.10.2008)
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