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Archive für 5.2.2009

Der Himmel, die Erde - dazwischen Windräder?

Vorschlag: Malen Sie den Horizont mit so vielen Windrädern voll, wie nach Ihrer Meinung die in Jahrhunderten gewachsene Kulturlandschaft verträgt.

windraeder.jpg

Der neue Tag, 31.01.2009 (Foto u. Text: gi, Peter Garreiss)

Der Zeitzeuge - eine objektive Geschichtsquelle?

    tss_280109.jpg

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Aber ich möchte zum Thema Zeitzeugen einige Zitate anführen:

    „Das habe ich getan“, sagt mein Gedächtnis. „Das kann ich nicht getan haben“, sagt mein Stolz und bleibt unerbittlich. Endlich - gibt das Gedächtnis nach. Dieser bekannte Aphorismus von Friedrich Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse) beschreibt prägnant die Problematik, welche die retrospektive Schilderung historischen Geschehens durch dessen zeitgenössische Beobachter für die wissenschaftliche Geschichtsforschung mit sich bringt. Zeitzeugen überliefern alles andere als eine „wahre“, „objektive“ Sicht auf das von ihnen Erlebte. Ihre Erinnerungen sind vielmehr subjektiver Natur und manifestieren sich, je öfter sie abgefragt werden und umso mehr je länger das Erinnerte vergangen ist, in einem eingeübten und standardisierten Narrativ. Diese Erkenntnis ist – siehe Nietzsche – nicht neu und gilt grundsätzlich für alle historischen Disziplinen.
    (Quelle: Tagungsbericht HT 2006: Der Zeitzeuge. Annäherung an ein geschichtskulturelles Gegenwartsphänomen. 19.09.2006-22.09.2006, Konstanz. In: H-Soz-u-Kult, 10.10.2006, .)

Dass der kritik- und sorglose Umgang mit Zeitzeugen nicht unproblematisch ist, wird auch hier deutlich:

    Die Geschichtswissenschaft sieht Zeitzeugen als eine Art von Quellen an, die ebenso kritisch wie andere Quellen und nur im Zusammenhang mit anderen Quellen auszuwerten sind. Eine bestimmte Richtung, die Oral history, betont die Bedeutung gerade von weniger prominenten Zeitzeugen (die in den schriftlichen Quellen angeblich zu wenig zu Wort kommen) und hat Methoden entwickelt, die nicht unbedingt von anderen Historikern aufgenommen wurden.
    Die Glaubwürdigkeit eines Zeitzeugen ist - wie bei Zeugen allgemein - abhängig von der zeitlichen und räumlichen Nähe vom Vorgang (unmittelbare Anwesenheit am Tatort oder nur vermittelte Kenntnis), von ihrem sachlichen Verständnis des Vorgangs (z. B. bei juristischen Verhandlungen) und von ihrem Interesse an einer bestimmten Interpretation des Vorgangs.
    (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitzeuge)

Trotzdem darf man den Zeitzeugen nicht grundsätzlich als Geschichtsquelle ausschließen, wenn man sich an gewisse Regeln hält, wie sie beispielsweise im Projektleitfaden der Körber-Stiftung für Schüler-Geschichtswettbewerbe dargestellt werden:

    »Lebendige Geschichte« erzählen auch Zeitzeugen und Experten. In der Geschichtswissenschaft ist das Gespräch mit Zeitzeugen als »Oral History« bekannt. Ein gutes Interview zu führen ist aber gar nicht so einfach.
    Fragen sind wichtiger als Antworten! Eine gute Fragestellung zu haben, ist das »A und O« einer erfolgreichen Spurensuche. Denkt daran: Keine Quelle aus der Vergangenheit kann objektiv sagen, »wie es wirklich war«! Denn jeder Autor nimmt eine bestimmte Sicht auf die Dinge ein. Habt den Mut zur Quellenkritik. Seid kritisch, neugierig und stellt Fragen an eure Quellen. Was könnte die Absicht (eines Briefes) sein? Erkennt ihr eine bestimmte Ideologie (im Zeitungsartikel)? Was ist der Entstehungshintergrund (eines Denkmals)?
    Seid genauso kritisch gegenüber euren Zeitzeugen: Was erinnern sie, was erinnern sie nicht? Sehen sie ihr eigenes Handeln womöglich mit der sprichwörtlichen »rosaroten Brille«?
    Was sagen andere? Um eine Quelle oder die Aussagen eines Zeitzeugen kritisch zu prüfen, solltet ihr auch eine Gegenmeinung einholen – indem ihr weitere Zeitzeugen befragt oder Quellen »miteinander sprechen« lasst, also die Aussagen einer Quelle mit der Aussage anderer Quellen abprüft.
    (Quelle: http://www.koerber-stiftung.de/bildung/geschichtswettbewerb/fortbildung/projektleitfaden.html)

Minimal-Konversation

Zwei Oberpfälzer treffen sich nach längerer Zeit, der eine fragt nach dem Befinden des andern. Dazu bedarf es nur weniger Worte.

und_wei_mou1.jpg

Die Idee zu obiger Montage kam mir, nachdem ich in Ottis Schlachthof den Kabarettisten Hannes Ringlstetter über die Eigenheiten und die Kargheit des Dialekts hinter (bzw. nördlich von) Regensburg und dem Pfaffensteiner Tunnel sprechen und singen (Alles dout ma wei…) hörte.
Zum besseren Verständnis der gestürzten Diphthonge: “wei” wird beide Male wie “wäi” gesprochen und heißt einmal “wie?” und das andere Mal “alles tut mir weh…”; “mou” heißt hochdeutsch “muss”.

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