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Archive für 9.3.2009

oiso i machs jetzt scho …

LaBrassBanda (Trompete, Posaune, Tuba, Bass und Schlagzeug), eine “Blasmusik” aus dem Chiemgau, die sich in keine gängige (Pop-, Jazz-, Volksmusik-, Folklore-, Bierzeltmuse-)Schublade stecken lässt. Sie begeisterte im (ausverkauften) Schafferhof das Publikum in unserer bayerischen Muttersprache, die ja nicht unbedingt im Musikantenstadl auf dem musikalischen Abstellgleis verkümmern sollte.
Beim Zoigl legt man die Instrumente beiseite und setzt sich unters Volk zum Anstoßen, bevor es mit dem Feuerwehrauto mit Traunsteiner Kennzeichen heimgeht.

Stefan (Trompete) und Olli (Bass) von LaBrassBanda beim Zoigl
Foto: P. Staniczek

Kostprobe (aus Sunliachtn):

      Oiso i find du sollts as einfach macha
      ma scheißt sie doch eh an ganzn dog oiwei vei z vei umanand daßd as foisch macha kanntst
      ja und dann machst as ned
      oiso nia
      oiso i machs jetzt scho
      de mehra zeit …

Obelisk bei(m) Hausfluss – Kunstexperiment in Neustadt an der Waldnaab

Obelisk beim Schießhaus, Neustadt an der Waldnaab
Fotos: P. Staniczek

Der Kunst- und Kulturverein „Hausfluss” präsentierte am Sonntag, dem 8. März 2009 bei kühler Witterung mit etwas Verspätung um 15.30 Uhr bei der ehemaligen Schießstätte das Ergebnis eines oberpfalzweiten Experiments mit acht freien Künstlern. Zwei Künstlerinnen waren bei der Präsentation anwesend, davon eine mit Verspätung, weil sie laut Handy-Mitteilung zunächst durch die Stadt Neustadt irrte, was aber nur die Einheimischen verwunderte.

Die Objektteile der acht Künstler und Künstlerinnen hatte Peter Troppmann zuvor schon mit seinen Helfern zur Skulptur „Obelisk” zusammengefügt. Jeder Künstler hatte zu dieser Aktion eigenständig einen Achtel-Holzkeil des Obelisken gestaltet. „Beim Zusammenfügen der Stücke sollte durch die Komplexität der räumlichen Zuordnungen eine Geschlossenheit erreicht werden, bei der die Skulptur als Solitär allein durch die Präsenz im freien Raum in ein dialogisches Verhältnis zum Umfeld tritt und einen neuen Außenraum definiert”, so der Vorsitzende. Mitwirkende Künstler sind die Bildhauerin und Objektgestalterin Herta Wimmer-Knorr, der Bildhauer Stefan Link aus Kallmünz, die Objektkünstlerin Sabine Sträub aus Regensburg-München, die Holzbildhauerin Eva Nemetz aus Regensburg, die Holzbildhauerin Irene Meier aus Weiden sowie die Szenografin und Innenarchitektin Stephanie Reiterer und der Innenarchitekt Peter Reiterer aus Regensburg.

War die Idee zu diesem Experiment schon hochinteressant, so kann das mit Spannung erwartete Ergebnis als gelungen bezeichnet werden: eine harmonische, heiter wirkende Skulptur, deren individuelle Einzelteile in ihrer unterschiedlichen farblichen, teilweise figürlichen Gestaltung und Stilistik zusammengesetzt, überraschenderweise einen perfekt wirkenden Solitär ergeben.

Ein Ausflug zum Hausfluss lohnt sich. Dass Kunst durchaus vergänglich sein kann, zumal wenn sie aus nachwachsenden Rohstoffen gestaltet und im Freien präsentiert wird, zeigen Objekte aus früheren Jahren, die am Fluss beim (Schieß-)Haus dem Kunsthimmel entgegen träumen. Also “schicken”!

Obelisk beim Schießhaus, Neustadt an der Waldnaab, Detail

Vohenstrauß, Marktplatz 22 - Farbe, Form, Funktion - gute Architektur spricht für sich!

Vohenstrauß, Marktplatz 22
Foto: P. Staniczek

In der Denkmalliste von 1986 wird das Anwesen Marktplatz 22 als “Traufseithaus, Mitte 19. Jh., Tor und Fenster rundbogig mit profilierten Rahmungen” beschrieben. Dürre Worte für ein zeitlos schönes Gebäude, das in Vohenstrauß zu den besterhaltenen, sorgsam sanierten Architektur-Objekten und Baudenkmälern des bürgerlichen Klassizismus und asomit bürgerlicher Kultur zählt.

Der alte Hausname “Färber” leitet sich aus der Besitzerfolge ab, nach der das Anwesen 1714 einem Bartholomäus Bibel und seinem Sohn Joh. Georg Bibel, Schwarz- und Schönfärbermeister, gehörte. Im Jahr 1792 ist ebenfalls ein Joh. Georg Bibel, Färbermeister und Bürgermeister, genannt. Der Färbermeister Johann Bibel ist um 1828 Besitzer. In seiner Zeit brennt die Stadt fast vollständig ab und wird in den folgenden Jahren wieder neu und “moderner” aufgebaut. Im Torbogen entdecken wir das Baujahr des heutigen Anwesens: JB 1840. Im Jahr 1859 ändert sich die Profession, Erhard Joh. Bibel wird als Brauereibesitzer bezeichnet. 18765 schließlich erscheint Karl Rasp als Brauereibesitzer, dito 1921/24. Hans Ochantel wird 1963 Besitzer.
Leider scheiterte die reizvolle Planung, in der ehemaligen Brauerei die städtische Bibliothek sowie die Volkshochschule unterzubringen: “Wir brauchen kein 15. Museum!”

Zeitgeist:
Als Beispiel für den Geist der damaligen Zeit steht das berühmte Zitat Goethes am Ende des “Faust“ (Der Tragödie zweiter Teil, fünfter Akt, Fausts letzte Worte):

      „Das ist der Weisheit letzter Schluß:
      Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
      Der täglich sie erobern muß.
      Und so verbringt, umrungen von Gefahren,
      Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr.
      Solch ein Gewimmel möchte ich sehn,
      Auf freiem Grund mit freiem Volke stehn.”

Johann Wolfgang von Goethe: 1749 - 1832, Dichter, Theaterleiter, Naturwissenschaftler, Kunsttheoretiker, Staatsmann, bekanntester Vertreter der Weimarer Klassik

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