„Alpenrose 1933“ – Rätsel im Tal der Lerau

In den letzten Tagen erhielt ich folgende Anfrage: „Seit längerem suche ich nach Hintergründen zu einem Felsenfindling  mit Gravur im Lerautal, in der Lerau. Von verschiedenen Personen habe ich eigentlich keine mich befriedigende Antworten erhalten. Mich würde der Ursprung des Namens Alpenrose und Angaben zu den Jahreszahlen und Buchstaben interessieren.“

alle Fotos: Peter Staniczek

Der genannte Findling in der Lerau nahe dem Leuchtenberger Steig ist mir schon seit Jahrzehnten bekannt, auch weil das Lerautal zu meinen Lieblingslandschaften zählt.

Allgemein wird angenommen, dass die Markierung 1933 im Auftrag von Weidner Wanderern erfolgt sei, ein archivalischer Beleg ist mir nicht bekannt .

Die Gravuren sind sicher zu verschiedenen Zeiten entstanden, worauf Machart und Jahreszahlen schließen lassen.  Zusammengehören meiner Meinung nach das Dreieck mit den Buchstaben T, V und A, der Zweig mit Blättern, die Unterschrift Alpenrose sowie die Jahreszahl 1933.

Nachträglich angebracht wurden wohl die Jahreszahl „1950“, sie ist nicht so symmetrisch gestaltet wie das übrige Bild (Höhenunterschied „19“ und „50“) sowie auch drei Buchstaben außerhalb des Dreiecks, links ein „N“ und ein „K“, rechts des Dreiecks ein „W“, was auf die ausführenden Personen hinweisen könnte („W“ für Bartl Wittmann, wobei aber ein „B“ fehlt. Wenn „W“ für Wittmann stünde, könnte man von drei Arbeitern ausgehen: „N“, „K“, „W“). Laut Auskunft des Vorsitzenden des OWV Leuchtenberg, Michael Schwabl, wurde zwischen 1948 und 1953 durch den Leuchtenberger Bartl Wittmann die Inschrift nachgearbeitet und ergänzt. Die Stelle sei vermutlich häufig von Weidner Wanderern als Bade- und Rastplatz genutzt worden. 

Entsprechend könnten die im Dreieck befindlichen Buchstaben „T“, „V“ und „A“ ebenfalls auf handelnde Personen des Gründerdatums 1933 hinweisen, aber auch für einen Verein stehen, z. B. „T“rachten“V“erein „A“lpenrose.  1933 war im Übrigen das Jahr der Gleichschaltung. Vereine verloren dabei ihre Identität.

Das Rätsel bleibt also noch immer ungelöst: Wer hat aus welchem Grund an dieser Stelle die „Alpenrose“ verewigt?

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