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Archive für März 2009

Waldhauser - Zoigl mit Denkmalmedaille

Zoiglwirtschaft Waldhauser in Neustadt an der Waldnaab
Foto: P. Staniczek

Ansprache des vormaligen Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, anlässlich der zentralen Eröffnungsveranstaltung in Bayern zum Tag des offenen Denkmals am 12. September 2004 in Unterrodach:

Denkmalschutz und Denkmalpflege sind nicht nur abstrakte Güter. - Für viele ist die Denkmalpflege ein echtes Anliegen. Das bürgerschaftliche Engagement in konkreten Instandsetzungsmaßnahmen ist groß und das Interesse der Allgemeinheit an Denkmälern ausgeprägt. Daher möchte ich in diesem Jahr die Bayerische Denkmalschutzmedaille erstmals im Rahmen unserer zentralen bayerischen Eröffnungsveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals verleihen. Die Bayerische Denkmalschutzmedaille 2004 ist eine Hommage an die Bürgerinnen und Bürger, die sich mit großem persönlichen Einsatz um den Denkmalschutz verdient gemacht haben. So wollen wir aber auch diejenigen ermutigen, die derzeit noch vor den Tücken und Schwierigkeiten einer Sanierung zurückschrecken. Das Beispiel der Preisträger zeigt, dass es sich lohnt, den aktiven Dialog mit der Geschichte aufzunehmen: Die Wohnqualität eines sorgsam sanierten Denkmals ist unvergleichlich, und die Identität eines Ortes wird gestärkt. …

Wie man Denkmalpflege lebt, haben Sie, meine Damen und Herren, liebe Preisträger, bewiesen. …
Mit großer Freude verleihe ich die Bayerische Denkmalschutzmedaille 2004 (in alphabetischer Reihenfolge) an folgende Damen und Herren:

Frau Doris Schmid aus Störnstein in der Oberpfalz hat das vom Abbruch bedrohte ehem. Ackerbürger-Anwesen des frühen 19. Jh. in Neustadt a. d. Waldnaab erworben und im Zuge der Sanierung eine „Zoiglwirtschaft“ eingebaut. Diese Nutzung ist für das kleine Haus mit geringer Nutzfläche geradezu ideal. Die Instandsetzung und Reaktivierung des Anwesens sind in vollem Umfang gelungen. Frau Schmid hat dabei ein hervorragendes Beispiel dafür gegeben, wie auch kleine Baudenkmäler sinnvoll und wirtschaftlich erhalten und genutzt werden können.

Aber:
Der neue Tag, 24.01.2009 | Oberpfalznetz/Netzcode: 1686188:
“Das Landratsamt hatte im März 2006 die Genehmigung für die “Änderung der bisherigen Nutzung des Stadels für Veranstaltungen und Feiern sowie Anbau eines Schuppens als Abstell- und Lagerraum” erteilt. Da sich ein Anlieger durch den vom Stodl ausgehenden Lärm gestört fühlt, landete die Baugenehmigung schließlich vor Gericht.”

Frauen - Ton in Ton

Gerade kommt meine Frau heim. Sie töpfert leidenschaftlich, ich bin vorsichtiger Kritiker.

Elisabeth St., Frauen

Elisabeth St., Frauen

“Daß die Heimat sie erreiche …”

Anna Freymadl ging 1880 in Altötting in die “V. Kl. II. Abtl.”
Von ihr sind zwei Hefte erhalten, die offensichtlich der Schriftpflege dienten, die Verse ähneln denen aus den beliebten Poesiealben. Anna Freymadl muss allerdings zu Vohenstrauß eine Beziehung gehabt haben, denn erstaunlicherweise wurden die beiden wunderschön gestalteten Hefte hier bis heute aufbewahrt.

Schriftpflege 1880

In den letzten hundert Jahren ist die lateinische Schrift zum Standard geworden. Der oben abgebildete Text liegt in lateinischer Schreibschrift vor, die sich nur in leichten Variationen von der heute verwendeten unterscheidet.

Wie auch die letzte Ausstellung im Heimatmuseum Vohenstrauß - “Vohenstraußer im 1. Weltkrieg” - gezeigt hat, besitzen viele noch alte Schriftstücke ihrer Vorfahren wie Feldpost, Besitzurkunden, Vereinsunterlagen, Tagebücher usw. Diese sind aber meist in Sütterlin bzw. deutscher Schrift geschrieben. Diese kann aber nur von den wenigsten übersetzt werden (sie wurde bis etwa 1941 an den deutschen Schulen unterrichtet).
Versuchen Sie im Folgenden den Text in Schreibschrift von Anna Freymadl aus dem Jahre 1880 zu entziffern. Ein Musteralphabet kann Ihnen dabei etwas Hilfe leisten, Anna hat makellos schön geschrieben.

‘Anna Freymadl, 1880, Sütterlin’

“Man ist die trübe , kalte Winterzeit allenthalben satt …”

Den folgenden Zeitungsartikel - immerhin schon über 100 Jahre alt - fand ich im “Vohenstraußer Anzeiger und Tageblatt (Für Bekanntmachungen des K. Amtsgerichts Vohenstrauß bestimmt)” vom 1. Februar 1908.

Vohenstraußer Anzeiger , 1. Febr. 1908

Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen …

Habe bei uns im Garten (Vohenstrauß, Braunetsriether Weg) die ersten Schneeglöckchen dieses “Frühlings” entdeckt.

Das erste Schneeglöckchen entdeckt in Vohenstrauß am 3. März 2009

      Schneeglöckchen

      Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen
      Vom Himmel fiel
      Hängt nun geronnen heut als Glöckchen
      Am zarten Stiel.
      Schneeglöckchen läutet, was bedeutet’s
      Im stillen Hain?
      O komm geschwind! Im Haine läutet’s
      Den Frühling ein.
      O kommt, ihr Blätter, Blüt’ und Blume,
      Die ihr noch träumt,
      All zu des Frühlings Heiligtume!
      Kommt ungesäumt!

      Rückert, Friedrich (1788-1866)

Friedrich-Rückert-Denkmal in Schweinfurt
Foto: Peter Staniczek (12.05.2007, Friedrich-Rückert-Denkmal in Schweinfurt)

Übrigens: Die Suche nach Schneeglöckchen ergab beim Gutenberg-Projekt 156 verschiedene Lyrik- und Prosatexte, in denen der Begriff Schneeglöckchen enthalten ist.