Archiv der Kategorie Schloss Friedrichsburg

“Ich bin jeden Tag in der Früh positiv überrascht, dass ich am Leben bin

und dass ich keine großen Schmerzen habe - dass ich jetzt schon 70 Jahre Zeuge der Entwicklung bin und mich an dieser Entwicklung als Schriftsteller aktiv beteiligen kann. Darüber hinaus habe ich keine großen Wünsche.”
(Gespräch mit Pavel Kohout in: Oberpfälzer Nachrichten vom 6. Juli 1999, Jürgen Herda)

Pavel Kohout im Schloss Friedrichsburg , Vohenstrauß, Rundschau 24.06.1999
10 Jahre sind´s: “Der Heimatpfleger führte durch die Friedrichsburg ”
(Pavel Kohout im Schloss Friedrichsburg , Vohenstrauß, Aktuelle Oberpfälzer Rundschau 24.06.1999, Foto: Jürgen Herda)

Interview Kohout - Herda, letzte Frage:

Herda: Sie haben gesagt. Sie kommen alle 14 Jahre nach Weiden. Könnte man das eventuell abkürzen? Sie könnten beispielsweise im provisorischen Theater auf der Friedrichsburg, die wir gestern besuchten, eines ihrer Stücke inszenieren.

Kohout: Nein, inszenieren werde ich sicher nicht mehr, das ist für mich bereits eine Zeitvergeudung. Aber das wäre natürlich eine schöne Vorstellung, dort irgendetwas zu machen. Wenn es geht, folge ich den Einladungen, die ich bekomme, wenn es nicht geht, dann entschuldige ich mich, weil ich auch kein Sklave meiner Arbeit bin.

Anm.: Pavel Kohout (* 20. Juli 1928 in Prag) ist ein tschechisch-österreichischer Schriftsteller und Politiker, Mitverfasser und Unterzeichner der Charta 77, lebt in Prag und Wien.

Schloss Friedrichsburg wird immer prächtiger

Schloss Friedrichsburg
(alle Fotos: Peter Staniczek

Auch im Schloss tut sich einiges. Das zweite Obergeschoss wird saniert, ein robuster, aber sehenswerter Eichen-Fußboden ist schon verlegt, die Decken und Wände verputzt. Ein repräsentativer 200-qm-Saal ohne Stützen (abgehängte Decke) wurde geschaffen. Theateraufführungen, Konzerte warten demnächst auf Gäste.

Schloss Friedrichsburg

Auch im Dachgeschoss wird gearbeitet, Bimsstein ähnliches Material wird zur Wärmedämmung der darunter liegenden Decke aufgeschüttet.

Schloss Friedrichsburg

Die vorhandenen Lehmwickelpackungen werden erhalten, aber nicht mehr rekonstruiert.

Schloss Friedrichsburg

Schade, dass sich die Stadt Vohenstrauß nicht mehr mit dem Schloss identifiziert hat, hier werden repräsentative Räume geschaffen, um die uns jede größere Kommune beneiden würde. So bleibt es einer auswärtigen “Event-Agentur” überlassen, die Nutzung weitgehend zu bestimmen.

Auf der Mauer

Schlossmauer
(alle Fotos: Peter Staniczek)

Auf der Schlossmauer tut sich was, die historische Mauerkrone hat in den letzten 400 Jahren doch sichtlich gelitten. Das Bindemittel des Mörtels ist “ausgelaugt”, die handgestrichenen Pfannen liegen nur noch auf Sand.

Schlossmauer

Günther Schwägerl vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, mittlerweile begeisterter Anhänger der Friedrichsburg, hat sich eine Holz-Unterkonstruktion ausgedacht, auf der die Pfannen neu verlegt werden. Das milde Novemberwetter war ideal für die von heimischen Firmen durchgeführten Sanierungsarbeiten.

Schlossmauer

Advent 2002 in der Friedrichsburg - Erinnerung

Advent im Schloss 2002

Der neue Tag, 28.12.2009: “Die pfalzgräfliche Friedrichsburg bildet in diesem Jahr erstmals die Kulisse für einen Advents- und Weihnachtsmarkt”, heißt es in der Adventsbeilage zu Vohenstrauß.
Sind etwa zehn Jahre Arbeit des Kuratoriums Friedrichsburg so schnell vergessen, dass man sich an die Veranstaltungshöhepunkte (Advent, Jazz, Musik, Kabarett, Rock, Kunst … im Schloss) nicht mehr erinnert?

Advent im Schloss 2002

Advent im Schloss 2002

Advent im Schloss 2002

Advent im Schloss 2002
(alle Bilder: Peter Staniczek)

Berufstraum - Traumberuf

A Berufsdram

Bandnchef wollte imma wern,
va di Maakara,
weil d’ Maakara di schtirkste Bande wor
in Waldthurn.
D’ Maakara hom imma gecha
Trodara und Badhausara grafft
und meistns gwuna.
Bandnchef wollte wern
va di Maakara.
Hos owa grod bis zum
Pfitschapfeilschnitzer bracht,
weil um döi Zeit da Fernseh afkumma is.

Ludwig Bäuml

wigg.jpg

Lieber Wigg,
habe dich bzw. deine für dich typischen Arbeiten beim Rollstuhl(spazieren)fahren in der Uni-Klinik Regensburg entdeckt und mich gleich und gern an deine großartige Ausstellung “Arche in der Sintflut des Vergessens” im Vohenstraußer Schloss Friedrichsburg im Jahr 1999 erinnert.
Beste Grüße nach Kallmünz
Peter

Mein Kandidat für das Unwort des Jahres: “Event”

Ich kann das Wort Event nicht mehr hören

Event heißt wörtlich übersetzt Ereignis, Veranstaltung. Um aber eine Veranstaltung so richtig zu vermarkten, um zahlungskräftige Zielgruppen anzulocken, braucht man EventExperten, z.B. Diplom-Eventmanager, die Event-Support für den Veranstalter liefern, einen Event-Guide oder Event-Kalender ins Internet stellen, also Event-Marketing betreiben. Am nächsten Tag bringt die Lokalpresse dann jede Menge Event-Bilder, die jede Menge eventbeglückte Menschen zeigen. Ganz toll ist es natürlich, wenn für Mega-Events wie Hochzeiten und Geburtstage ein EventCastle zur Verfügung steht. Sicher sind in dieser Richtung noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, auch Beerdigungen, Urnenbestattungen oder Krankenhausaufenthalte bzw. -besuche ließen sich durch Event-Management event-uell als Emotional Events inszenieren.

Burgtreswitz - Schloss und Natur

Nachdem - wie schon berichtet - das Planungskonzept des früheren Kuratoriums Schloss Friedrichsburg “an der Uneinigkeit der Bürgermeister im Landkreis-Osten gescheitert” war, hat sich die Marktgemeinde Moosbach sehr schnell einen der Bausteine des Konzepts zu eigen gemacht.

Die Lokalzeitung “Der neue Tag” berichtet am 17.02.2007: “´Schloss und Natur´ heißt es dann endlich am Sonntag, 08. Juli 2007 in Burgtreswitz bei Moobach. Die Vereinsgemeinschaft Burgtreswitz, die Marktgemeinde Moosbach sowie der Naturparkverein ziehen bei diesem 11. Naturparkaktionstag alle Register ihres Könnens und hoffen natürlich wieder auf rund 8000 Besucher; so wie beim letzten Mal in Flossenbürg. Bekanntlich wird die Schlossanlage künftig die erste offizielle Naturpark-Infostelle beherbergen.”

Schon am 20.01.2007 fand sich im Oberpfalznetz (http://www.oberpfalznetz.de/zeitung/967205-127,1,0.html
die Meldung: “Zum anderen soll die Schlossanlage Burgtreswitz künftig die erste offizielle Naturpark-Infostelle beherbergen. Dafür laufen momentan die erforderlichen Realisierungsschritte.”Die Moosbacher haben auf jeden Fall ihre Hausaufgaben gut gemacht, das Schloss in Burgtrewitz ist ein guter Platz für die Naturpark-Infostelle.”

Das Schloss Friedrichsburg in Vohenstrauß hat wieder einmal das Nachsehen.

Ein Wort-Beitrag einer einzelnen Stadträtin bei “Jetzt red i, Europa” am 28.02.2007 in den repräsentativen Räumen des Schlosses, mit der Bitte an die EU/Brüssel, dieses Schloss in Vohenstrauß finanziell zu unterstützen  und mit Leben zu füllen, wird nicht wahrgenommen. Nicht einmal die Lokalzeitung fand die Wortmeldung erwähnenswert.

Ernsthafte Bemühung um das regionale Wahrzeichen setzt schlüssige Projektplanungen, beharrliches Engagement und Einigkeit bei den Verantwortlichen voraus.

Zuerst müssen die Hausaufgaben gemacht werden (siehe Moosbach), sonst werden wir immer wieder die Meldung lesen: “Friedrichsburg bleibt Ladenhüter” (Der neue Tag vom 10.11.2006)!

PS:

Herr Thorsten Schreiber vom Neuen Tag machte mich freundlicherweise darauf aufmerksam, dass Frau Mittelmeier bereits im Bericht über das Vorgespräch im Rathaus erwähnt wurde: “Die Vohenstraußer Stadträtin Dagmar Mittelmeier (SPD) wollte wissen,ob es für ein grenzüberschreitendes Touristen-Informationszentrum in der Friedrichsburg Zuschüsse aus
Brüssel geben könnte.” (Der neue Tag, 31.01.2007)

Tourismuszentrum im Schloss Friedrichsburg?

Bei der Klausurtagung der Kreis-SPD (Der neue Tag 07.02.2007) wurde auch eine vergebene Chance für die Friedrichsburg angesprochen: So sei ein Tourismuszentrum in der Friedrichsburg an der Uneinigkeit der Bürgermeister im Landkreis-Osten gescheitert. Kirzinger: “Da hat auch der Landrat nicht helfen können. Wir versuchen jetzt, in Waidhaus selber was zu machen.”

Vorausgegangen waren in den Jahren 2005/2006 auf Initiative des damaligen Kuratoriums Schloss Friedrichsburg e.V. einige Arbeitssitzungen, um die künftige Nutzung des Schlosses auf praktikable Füße zu stellen. Josef Forster (Markt Waidhaus) hatte dazu ein Nutzungskonzept unter dem Motto “Erlebniswelt Naturparkland Oberpfälzer Wald” erstellt, das großen Anklang fand. Erlebnis Geschichte, Erlebnis Naturpark, Schaufenster der Region (Teilraumgutachten), Kunst, Kultur, Veranstaltungen usw. Auch der Geschäftsführer des Naturpark-Vereins sagte seine Unterstützung mit einer Ausstellung zu. Ergebnis? Siehe oben!

In “Der neue Tag” vom 13.01.2007 lesen wir unter der Überschrift “Friedrichsburg ins Spiel gebracht - Stadtrat berät über touristisches Infozentrum”: “Im Oktober (2006) stellten der Waidhauser Bürgermeister Anton Schwarzmeier und Oberamtsrat Josef Forster ein Konzept für eine grenzüberschreitende Tourismus-, Bildungs- und Freizeiteinrichtung mit touristischem Infozentrum Oberpfälzer Wald/Böhmerwald vor. Auf Wunsch des Marktes Waidhaus sollten die Vohenstraußer Räte nun einen Grundsatzbeschluss fassen, aus dem hervorgehe, ob und in welcher Form sich die Stadt an den Projekt beteilige. Allgemein stünde man dem Vorhaben durchwegs positiv gegenüber. Allerdings hegte der [sic] Wutzlhofer gemischte Gefühle wegen der Finanzierung. Fraktionssprecherin Dagmar mittelmeier kritisierte den Standort, der nicht im Markt Waidhaus, sondern nur in unmittelbarer Nähe zur Autobahn sein könne. Sie brachte dafür die Friedrichsburg ins Spiel, die von der Autobahn aus sehr gut gesehen werde.”

So plötzlich, ist hier ein Sinneswandel zu spüren? Zwar sei Bürgermeister Zilbauer bereit, “auch das Tourismusbüro in die Friedrichsburg auszulagern, damit rund um die Uhr Präsenz gezeigt werden könne”. Aber: “Voraussetzung für das Gremium ist vor allen Dingen ein tragfähiges finanzielles Konzept […], dass es für die Stadt keinesfalls zu einer finanziellen Mehrbelastung kommen dürfe.”

Die Gemeinden im Landkreis-Osten warben übrigens in den letzten Jahren unter dem gemeinsamen Motto: “Elf Freunde wollen entdeckt werden!” Wo hätte man sie besser entdecken können als im Schloss Friedrichsburg.

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