Das ist die Tragik des Lebens

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Zum 125. Geburtstag von Joachim Ringelnatz das konmplette Gedicht von „dem Briefmark“:

Ein männlicher Briefmark erlebte
Was Schönes, bevor er klebte.
Er war von einer Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
Da hat er verreisen müssen.
So liebte er sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens!

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Deutsche Sprache – schwere Sprache

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(Foto: Peter Staniczek)

„Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch.“ Dieser Satz soll, so eine Forderung der CDU seit dem jüngsten Parteitag, im Grundgesetz verankert werden.
Ändert das etwas, wenn die Bundesrepublik spricht? Den obigen Text hat nicht die Bundesrepublik gesprochen, jedenfalls ist der Urheber nicht angegeben. Die Amtssprache in Deutschland ist ohnehin Deutsch, auch ohne Grundgesetz. Aber vielleicht braucht´s in den Ämtern hier und da etwas Nachhilfe im Satzbau.

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„Edles Rotwild“

„… Schmeckt vielen nur, gut abgehangen,
Mit Rotkraut, Preiselbeer und Bier …“

(Ingo Baumgartner, *1944, in Oberndorf an der Salzach)

Rotwild in der Dämmerung, Pfrentschweiher

Rotwild in der Dämmerung bei der Äsung im Pfrentschweiher (Landkreis Neustadt an der Waldnaab; Foto: P. Staniczek)

Mit freundlicher Zustimmung des Autors darf ich Ihnen das komplette Gedicht vorstellen:

Edles Rotwild

Der Hirsch, bekannt durch Knochenstangen
Als oft verzweigte Schädelzier,
Schmeckt vielen nur, gut abgehangen,
Mit Rotkraut, Preiselbeer und Bier.

Drum hält man Hirsche meist im Gatter,
Man spart sich Pirsch und muss nicht fort.
Dem Ausruf, achtzehn Enden hat er,
Folgt Äserschmuck und Abtransport.

Am Stammtisch wird Latein gesprochen,
Man feiert Jägerlist und Weid.
Für Rotwild, welches abgestochen,
Benötigt man besond’ren Schneid.

Ingo Baumgartner

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Frohe Weihnachten 2008

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Frohe Weihnachten

allen unseren Freunden
verbunden mit herzlichem Dank
für Hilfe und Unterstützung

wünschen Peter und Elisabeth Staniczek

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Hecken fürs Rebhuhn (Ellenbach, Markt Floß)?

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„Nach Auffassung des NABU kann die fortschreitende Verarmung der Kulturlandschaft nur gestoppt werden, wenn europäische Agrarförderungen konsequenter und wirksamer mit ökologischen Standards verknüpft werden. „In Zukunft sollten nur noch diejenigen Landwirte Subventionen erhalten, die konkrete ökologische Leistungen erbringen“, betonte Miller. Hierzu gehöre der Verzicht auf Grünlandumbruch sowie die Bereitstellung von zehn Prozent ökologischer Vorrangflächen wie Hecken oder Buntbrachen.“ (Quelle: Naturschutzbund Deutschland e.V. – NABU)

Im Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald wurden im Jahr 2007 abgeschlossene Landschaftspflegemaßnahmen in Höhe von rund 190.000.— Euro bezuschusst.
„Dazu zählen die Anlage von Biotopen sowie die Sicherung von wertvollen ökologischen Bereichen; ebenso die Anpflanzung landschaftsprägender Feldgehölze, Hecken, Baumgruppen und Einzelbäumen.
Größere Posten entfallen auf die Projektgebiete um Eslarn und Tännesberg (Kainzbachtal sowie Schutzmaßnahmen für das Rebhuhn). Daneben profitieren Feucht- und Magerwiesen im Tal von Luhe, Haidenaab, Schweinenaab und Zottbach sowie im Pfreimdtal mit anschließenden Feuchtlebensraumkomplexen. Im Eschenbacher Weihergebiet konnte der Lebensraum für die Rohrdommel verbessert werden. Diese bedrohte Vogelart ist auf ausgedehnte Röhricht- oder Schilfzonen angewiesen.
Nasswiesen im Bereich der Stadt Weiden i.d. OPf. genossen ebenso den breiten Wirkungskreis des Naturparkes. Der Dank von Weißstorch und Sumpfschrecke lässt sich hören.
Damit erhält und belebt der Naturpark typische Oberpfälzer Landschaftsformen. Weiterhin sorgt er dafür, dass die Täler nicht verbuschen oder z.B. Wiesenbrachen wieder genutzt werden.
Die hier koordinierten und durchgeführten Pflegearbeiten wurden an ortsansässige Landwirte vermittelt, welche von Frau Dipl. Biologin Mathilde Müllner Anleitung und fachliche Begleitung erfuhren. Aufgrund dieser Vielseitigkeit liegt die Stärke des Naturparks vor allem dort, wo amtliche Kompetenz und Regelung ihre Grenzen haben. Das macht ihn zum zuverlässigen Partner von Kommunen, Behörden sowie privaten Grundstücksbesitzern.“ (Quelle: Landratsamt Neustadt an der Waldnaab)

Unten ein Ausschnitt von obiger Winterlandschaft – Rebhühner auf Futtersuche (Fotos P. Staniczek).

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„… wie treu sind deine Blätter“

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Nach dem Motto „Grün in die Stadt“ – Plastik grünt immer! (Foto: P. Staniczek)

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„auffa“ und „herum“

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Dieser Eintrag ins Gipfelbuch des Stückberg-Aussichtsturms bei Eslarn (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) dürfte wohl von einem Besucher aus dem Schönseer Land getätigt worden sein, ein Eslarner hätte den Mundartausdruck „affa“ benutzt.
(Übersetzung: „Herauf heißt das! Und jetzt sind wir heroben.“ – „Affe“ bedeutet übrigens „hinauf“.)

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Windkraft im Naturparkland – eine Notiz

Naturwaldreservat auf dem Stückberg 2007

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gefunden im „Gipfelbuch“ auf dem Aussichtsturm (32 m) des Stückbergs (808 m) bei Eslarn (Fotos: P. Staniczek)

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Vohenstraußer im 1. Weltkrieg

Truppenübungsplatz Grafenwöhr
Foto: Truppenübungsplatz Grafenwöhr; H. Spahn, Photogr. Kunstanstalt Grafenwöhr, um 1913/14; Archiv P. Staniczek.

Vohenstrauß. Karl Ochantel, Mitglied des Heimatkundlichen Arbeitskreises Vohenstrauß, hat im Heimatmuseum der Stadt Vohenstrauß eine Sonderausstellung zusammengestellt.
Unter dem Titel
„Mit Gott für König und Vaterland –
Vohenstraußer im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918
“
ist ein breites Spektrum abgedeckt, das u. a. Kriegsschauplätze, Sterbebilder, Feldpostbriefe, Bajonette, Pickelhaube, Orden und Granatsplitter von Verdun zeigt. Kaum zu glauben, aber es gibt sogar Informationen über Einsätze von Vohenstraußer Soldaten zwischen Daressalam und Kilimandscharo.
Die Ausstellung ist bis auf weiteres
von Dienstag bis Freitag, 15:00 – 17:00 Uhr
und sonntags von 10:00 – 12:00 Uhr geöffnet.

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Vohenstrauß – ein rätselhafter Ortsname!

Immer wieder taucht bei Urlaubsgästen, Besuchern und Einheimischen die Frage nach der Deutung des Namens, Wappens und Siegels von Vohenstrauß auf und in der Tat, sie kann bis heute nicht beantwortet werden, trotz intensiver Forschung. Wissenschaftler und Heimatkundler kamen zu unterschiedlichsten Ergebnissen, die in einem Beitrag von Therese Weiß für die Streifzüge zusammengestellt wurden.
Das Bayer. Städtebuch von 1974 (Teil II, S. 703) hält dabei die Zusammensetzung des Ortsnamens aus dem mhdt. Vohe = Füchsin und einer Ablaufform zu mhdt. drozze = Drossel, Kehle für am wahrscheinlichsten: „Der Ortsname ginge demnach auf einen formvergleichenden Flurnamen zurück, der eine Geländeform mit der Kehle einer Füchsin vergleicht“.
Selbst das jüngere Lexikon bayerischer Ortsnamen (W. A. Frhr. V. Reitzenstein, Lexikon bayerischer Ortsnamen, Beck, S. 385) bringt denselben Wortlaut.
Prof. Dr. Albrecht Greule schreibt nun in der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte (Band 70, Heft 2, 2007, C. H. Beck, S. 616) zum Erscheinen des neuen Lexikons bayerischer Ortsnamen (v. Reitzenstein, 2006) in seinem Aufsatz „Herkunft und Bedeutung der Ortsnamen“ zu Vohenstrauß: „Da unter Berücksichtigung der Mundart / fouedra:s / von vorbair. *Fōhendrāti- auszugehen ist, scheint die vorgeschlagene Verbindung mit mhd. Drozze >Schlund, Kehle< nicht wahrscheinlich.“ Und die Suche geht von vorne los. Anlässlich eines Vortrags von Prof. Dr. Albrecht Greule und Dr. Wolfgang Janka beim Heimatkundlichen Arbeitskreis in Vohenstrauß am 31.07.2001 zum Thema "Gewässernamen verraten Heimatgeschichte" (Streifzüge 23/2002, S. 4-17) wurde u. a. der Ortsname Treswitz (also in Alten-Treswitz und Burg-Treswitz) aufgrund der Belege auf die Grundform "Dražovici" zurückgeführt, was zum Personennamen "Draž", versehen mit dem Zugehörigkeitssuffix -ov, führe. Es sei schließlich noch mit dem patronymischen Suffix "-ici" versehen, was etwa als "Leute des ..." zu verstehen sei. Der Ortsname bedeute daher "Bei den Leuten des Draž". Dr. Janka verneinte einen analogen Zusammenhang mit dem Ortsnamen "Vohenstrauß-Vohendrezze-Vouadraz". Man könne dieses "-draž" nicht ohne Suffix als Siedlungsname ansehen und daher sei diese Ableitung auf jeden Fall auszuschließen. Man sei hier nämlich ziemlich ratlos! Da die Landnahme im frühen Mittelalter in unserer Region durch Slawen erfolgte (slawische Friedhöfe rund um den Rauhen Kulm bei Wirbenz, Mockersdorf, Eichelberg und am Barbaraberg bei Speinshart), könnte es sich durchaus bei Vohenstrauß um einen slawischen oder um einen sog. Mischnamen handeln. Bei der letzten Lektüre des Büchleins "Der Fahrenberg" von Hans May (erschienen im Selbstverlag, München 1904, S.49) fiel mir ein bisher vernachlässigter Zusatz auf, der bei der Weihe der Kirche in "Vohendreze" (ecclesia in veteris civitatis = Altenstadt) durch Bischof Otto von Bamberg im Jahre 1124 auftaucht. Hans May schreibt: "Am 19. [Mai] spendete er einer Volksmenge, gegen 6000 aus der ganzen Umgegend, die hl. Firmung. Da begann das Volk alsbald Gott zu danken [...] und es freute sich dem engelgleichen Bischof nicht nur die Hände, sondern auch die Füße zu Küssen [...] (Jaffe, Mon. Bamb. 751). Der Fußkuß ist slavischer Brauch." Ein unbekannter Teil der Firmlinge dürfte durchaus slawischer Herkunft gewesen sein. Schläfenringe
Schläfenringe aus Silber vom slawischen Gräberfeld auf dem Barbaraberg bei Speinshart im Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab, ca 1000 v. Chr., Grabung 1992 (Foto Peter Staniczek)

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