Kuckuck, wo bist du?

Der Kuckuck ist/war der Vogel des Jahres 2008 und wird 2009 abgelöst vom „fliegenden Edelstein“, dem auch in unserer Region vorkommenden Eisvogel. Ausführliche kulturhistorische Betrachtungen finden sich auf den Seiten des NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.)
Ein Kindervers aus der Oberpfalz macht nicht nur meinen Enkeln im Zwiegespräch eine Menge Spaß:

– Kuckuck, wo bist du?
– Aam Baam druum!
– Wos frisst du?
– An Speek!
– Gi ma a wos!
– An Dreek!

Reed Warbler feeding a Common Cuckoo chick in a nest. Photo: Per H. Olsen
(wikipedia: Reed Warbler feeding a Common Cuckoo chick in a nest. Photo: Per H. Olsen)

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„man kann nicht mehr leben … von Politik, von Bilanzen“

„Es gibt nur ein Problem, ein einziges auf der Welt.
Wie kann man den Menschen eine geistige Bedeutung, eine geistige Unruhe wiedergeben; etwas auf sie herniedertauen lassen, was einem gregorianischen Gesang gleicht!
Sehn Sie, man kann nicht mehr leben von Eisschränken, von Politik, von Bilanzen und Kreuzworträtseln. Man kann es nicht mehr. Man kann nicht mehr leben ohne Poesie, ohne Farbe, ohne Liebe. Wenn man bloß ein Dorflied aus dem 15. Jahrhundert hört, ermisst man den ganzen Abstieg.“

Diese Sätze von Antoine de Saint-Exupéry in einem berühmten, aber nicht abgeschickten Brief – vermutlich an General Béthouart – haben bis heute, auch angesichts der politischen und weltwirtschaftlichen Krisen ihre Bedeutung nicht verloren. So sollte Kulturpolitik sein, die dem innersten Anliegen der Menschen wieder einen Sinn gibt.

(Brief geschrieben in La Marsa, in der Nähe von Tunis, im Juli 1943. Erschienen in Le Figaro littéraire, No 103 vom 10. April 1948. Abgedruckt in Un sens à la vie, Gallimard, 1956)

Schafferhof
(Foto: Peter Staniczek, Schafferhof in Neuhaus am 03.10.2008)

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Dach fürs „Friedhofsbankerl“

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Der neue Tag, 24.10.2008, Neustadt/WN: „… Nun ist eines der berühmtesten und beliebtesten Friedhofsbankerln überdacht.“
Fragen über Fragen : Wie viele Friedhofsbankerln gibt es in Neustadt? Was verdeckt der Bürgermeister auf dem Foto?
Vor der Bushäuschen-Gestaltung stand die Telefonzelle etwa an der Stelle, die Bürgermeister Rupert Troppmann einnimmt. Weshalb hat man diesen Platz gewählt?
In der Denkmalliste wird ein Steinkreuz mit eingeritzter Pflugschar beschrieben, als nachmittelalterlich datiert. Es ist in die Friedhofsmauer an der Knorrstraße eingemauert und war bisher wegen der davor stehenden Telefonzelle schlecht einsehbar. Mit der Neugestaltung wird es nicht viel besser werden, weil Friedhofsbankerl und eine Stütze des Bushäuschens wieder die Sicht nehmen.
Aber wichtiger war wohl laut Zeitungsbericht der zügige Beginn der Montierung des transparenten Daches, „das den schönen Ausblick auf die Umgebung ermöglichen soll.“
Der „schöne“ Ausblick auf die Knorrstraße dürfte wohl wirklich besser sein als der Einblick., wie das folgende Foto von Th. Lingl vermuten lässt.
Auf jeden Fall wurde eines der ältesten Denkmäler von Neustadt a. d. Waldnaab vollkommen ignoriert, ein denkbar unsensibler Umgang mit den Zeugen unserer Geschichte.
neustadt_wn_friedhof_4.jpg

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Zwetschgerl-Rate steigt?

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Die Überschrift macht neugierig: Eine Meldung des Bauernverbandes? Klagen über ein Zuviel an Produktion, sinkende Preise? Positives Denken ist angesagt.
Der neue Tag, 28.10.2008, Weiden (mte):
… Damit vermeldet die Frauenstation zwei Wochen früher als noch 2007 die 1000. Geburt. 30 davon waren Zwillingsgeburten. Insgesamt kamen so bisher 1030 Mädchen und Jungs im Weidener Klinikum zur Welt.
Oberarzt Dr. Karlheinz Mark sagt dazu: „Wir sind sehr froh, endlich wieder eine hohe Rate an Zwetschgerln zu haben.“ …

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Marterpfahl – oder was?

marterpfahl - oder was

text90grad

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Reklame 2 – Rosen sind endlich gekommen (Publius Annius Florus)

Reklame - Florus “Rosen sind …”

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Reklame – Fausts Osterspaziergang

Reklame

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Frauen im Dritten Reich?

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Ein erstaunliches Foto, etwa 25 Frauen in einheitlicher Kleidung folgen einem Mann mit weißem Arztkittel (?), begleitet von weiteren Männern und einer Frau, die ebenfalls einen weißen Kittel trägt.
Das Foto erhielt ich vor einigen Jahren, es muss in der Region Eslarn oder eventuell in Vohenstrauß aufgenommen worden sein, über die Personen selbst sowie den Fotografen ist mir nichts bekannt.
Wer kennt die Situation, die abgebildeten Personen, den Fotografen, den Ort und den Zeitpunkt der Aufnahme?

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Wer kann diese Medaille identifizieren?

medaille
Seit einiger Zeit versuche ich bei einer mir vorgelegte Medaille fündig zu werden, was ihre Herkunft betrifft. Sie wurde in der Waldthurner Region gefunden, Material scheint Kupfer zu sein (Farbe, Reste von Grünspan), Durchmesser 2,4 cm, Stärke etwa 0,3 mm. Die Rückseite ist total unkenntlich, auf der Vorderseite ist lediglich undeutlich der Umriss eines Kopfes wahrzunehmen, von einer Umschrift könnte man eventuell das Wort „von“ entziffern. Die Medaille macht den Eindruck als hätte man sie auf das Bahngleis gelegt von einem Zug überfahren lassen und damit platt gedrückt.
Wer kennt zufällig ein Gegenstück zu dieser Medaille bzw. weitere Angaben?

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Welche 2 Apostel fehlen?

Beim evangelischen Gemeindefest 2008 in Vohenstrauß wurde in einem Quiz u. a. die Frage gestellt, welche zwei Apostel im Bildprogramm der Fenster der evangelischen Kirche wohl fehlten. Erwartet wurde die Antwort „Petrus und Paulus“, was einige Diskussionen bei der ebenfalls stattfindenden Kirchenführung auslöste, denn Paulus gehörte nicht zu „den Zwölf“, zu den von Jesus aus seinen Jüngern auserwählten Aposteln (lt. Matthäusevangelium 10, 2 ff.). Im Bildprogramm fehlt zudem Judas Iskariot, der „Verräter“. Erklärt wurde das Bildprogramm damit, dass Petrus und Paulus früher in Form bemalter Blechtafeln den Hauptaltar (1889-1928) zierten, während die übrigen Apostel, einschließlich des nachgewählten Matthias, in den Fenstern dargestellt worden seien.

Apostel Petrus (Malerei auf Zinkblech)

Die Blechtafeln wären schließlich zum Bau von Regenrinnen/Dachrinnen des evangelischen Pfarrhauses mitverwendet worden.
Es ist fast nicht zu glauben, aber eine der Tafeln hat überlebt und befindet sich nun im Heimatmuseum der Stadt Vohenstrauß. Heinrich Hofmann schreibt dazu schon 1995: „Vor vielen Jahren – am evangelischen Pfarrhaus wurde das Dach neu eingedeckt – ging ich durch die Sophienstraße zum evang. Gemeindehaus. Dabei entdeckte ich unter alten Dachlatten dieses bemalte Zinkblech, auf dem ich einen Heiligen entdeckte. Ich habe den Wert erkannt und das Bild mitgenommen … es wäre sonst wahrscheinlich auf dem Bauschutt gelandet. … Ich will es dem Heimatmuseum zuführen.“ Was auch geschehen ist.

Die Tafel befindet sich allerdings in schlechtem Zustand und müsste eventuell fachmännisch restauriert werden, wenn man denn das Geld dazu hätte.
Es handelt sich übrigens wohl um Paulus, erkennbar an den Attributen Schwert und geschlossenes Buch.

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